5 Jahrzehnte Photographie

"Edith Glischke: 5 Jahrzehnte Photographie" lautet der Titel der Ausstellung mit ausgewählten Photographien von Orten und Räumen, Dingen und Menschen, die die Künstlerin 50 Jahre lang inspiriert haben. Darunter sind zahlreiche Aufnahmen, die nie zuvor gezeigt wurden.

 

Edith Glischke studierte in den 80ern Photographie an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Prof. Bernd Becher. In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Künstlerin Photographien aus öffentlichem und privatem Raum, die ihr Lebenswerk reflektieren und ein Spannungsfeld erzeugen zwischen Zeitlosigkeit und Vergänglichkeit, zwischen Dokumentation und künstlerischer Darstellung.

 

Seit über 40 Jahren lebt und arbeitet die Künstlerin in Düsseldorf. Kunst und Leben sind in ihrem Werk immer vereint, denn sie photographiert sowohl "vor der eigenen Haustür" als auch Alltagszenen aus dem eigenen Leben. Besonders hervorzuheben sind ihre Stadtteilportraits, Photographien von Hallenbädern und Regierungsgebäuden und die Portraitserie "Frauen in Bewegung".

 

Ihre Aufnahmen des ehemaligen Düsseldorfer Landtags-Gebäudes, in dem sich heute das Museum K 21 befindet, waren 2020 zuletzt im Rahmen der Ausstellung "Subjekt und Objekt" in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen. In ihren Photographien von menschenleeren öffentlichen Bädern hält die Künstlerin die zweckgebundene Ästhetik dieser Orte fest und stellt gleichzeitig mit unbestechlichem Blick ebendiesen Zweck in Frage, indem sie auf architektonische und andere Kuriositäten des Motivs verweist.

Das allgegenwärtige Thema der Veränderung greift die Künstlerin auch in ihrer Serie

"Frauen in Bewegung" auf. Bei diesen Arbeiten stand die Selbstinszenierung der Frauen im Mittelpunkt.

Edith Glischke sagt dazu "Leben beinhaltet Wandel - Stabilität ist eine Illusion.

 

Ebenso mitten aus dem Leben stammen ihre Aufnahmen von Stillleben, die u.a. bildlich auch aus dem Nähkästchen der Künstlerin "erzählen" und auf humorvolle Weise einen Blick in ihr Alltagsleben gewähren.

 

Anzeichen von Verfall, Unregelmäßigkeiten, "Störendes" wie parkende Autos und Passanten, die den Alltag in einer Stadt charakterisieren, sind bewusst in ihre Photographie integriert.

Dennoch gelingt es ihr, Zeitlosigkeit zu erzeugen - würde sie ihre Arbeiten nicht datieren, wäre ein Unterschied zwischen manchen Stadtansichten aus den 1980ern und den 20er  Jahren des 21. Jahrhunderts oftmals kaum fest-stellbar.  Aus der Distanz des photographischen Blicks entwickelt sich in ihrer Kunst eine Nähe und Verbundenheit zum Motiv.

 

"5 Jahrzehnte Photographie" ist zu sehen vom 28. August bis 9. Oktober 2021 in der Gerresheimer Strasse 30 in 40211 Düsseldorf.

Die Eröffnung ist am 27. August von 18 - 21 Uhr, die Ausstellung ist jeweils freitags und samstags von 16 - 20:00 Uhr sowie nach Vereinbarung mit der Künstlerin geöffnet.

Finissage am 9.Oktober von 18:00 - 21:00 Uhr

 

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln in NRW.

 

Text: Tatjana Nicholson